
Kältemittel-Schmuggel, Split-Geräte im Test und ein Warnsignal aus Österreich
Bulgarische und polnische Behörden heben HFKW-Schmuggler aus, die Stiftung Warentest bewertet Split-Klimageräte überwiegend mit „Gut“, und Österreichs Wärmepumpen-Absatz bricht nach gekürzter Förderung ein. Die wichtigsten Meldungen für unsere Betriebe.
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Kältemittel-Schmuggel, Split-Geräte im Test und ein Warnsignal aus Österreich
Im „Politikum“ fasst der VDKF Woche für Woche zusammen, was sich in der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche politisch und rechtlich bewegt. Für unsere Mitgliedsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern greifen wir die wichtigsten Punkte heraus. Aus der Ausgabe vom 23. Juni 2026.
Illegaler Kältemittelhandel: zwei Fälle, ein Muster
In Bulgarien haben die Behörden mehrere Mitglieder einer organisierten kriminellen Gruppe festgenommen. Der Vorwurf lautet auf illegalen Import und Vertrieb von HFKW-Kältemitteln, dazu Geldwäsche und Steuervergehen. Bei den Ermittlungen wurden zehn Adressen durchsucht, in einem Lagerhaus fanden die Beamten über 1.500 Flaschen verschiedener HFKW. Ein Teil der Taten bezog sich darauf, Zölle bei der Einfuhr aus China zu hinterziehen. Gefälschte Dokumente sollten Herkunft, Menge und Qualität verschleiern.
Fast zeitgleich meldet Polen einen weiteren Fall. Am Grenzübergang Bobrowniki zwischen Polen und Belarus entdeckte der Zoll über 80 Liter der Kältemittel R134a und R404A, versteckt in umgebauten Autogas-Anlagen zweier Pkw. Zwei belarussische Fahrer hatten die Flüssiggas-Flaschen so präpariert, dass sie die Kältemittel aufnehmen konnten. Gegen die Fahrer läuft ein Steuerstrafverfahren, die Fahrzeuge wurden beschlagnahmt. Beide Fälle zeigen, wie lukrativ der Schwarzmarkt für Kältemittel unter der F-Gas-Quotenregelung geworden ist, und warum seriöse Fachbetriebe auf saubere Bezugsquellen achten sollten.
Stiftung Warentest: Split-Geräte heizen günstiger als Gas
Unter dem Titel „Kühlen ohne Kostenfalle“ hat die Stiftung Warentest in Ausgabe 6/2026 Split-Klimageräte geprüft, auch im Heizbetrieb. Der VDKF konnte im Zuge der Recherche fachlich zuarbeiten. Die große Mehrheit der Geräte erhielt die Note „Gut“.
Besonders interessant ist die Beispielrechnung zum Heizen: Übernimmt ein Gerät rund 80 Prozent des Heizbedarfs und eine Gasheizung die restlichen 20 Prozent, liegen die Heizkosten selbst bei den weniger effizienten Testgeräten unter denen einer reinen Gasheizung. Die Ersparnis fällt in der Modellrechnung sogar größer aus als die Kühlkosten im Sommer. Auch bei der Geschwindigkeit überzeugten die Geräte: Das langsamste brauchte 26 Minuten, um einen 25 Quadratmeter großen Raum von 15 auf 25 Grad zu erwärmen. Die Stiftung weist darauf hin, dass etliche Geräte unter bestimmten Voraussetzungen als Luft-Luft-Wärmepumpen förderfähig sind. Ein gutes Argument im Kundengespräch, wenn es um die Doppelnutzung geht.
Österreich: Wie gekürzte Förderung den Markt einbrechen lässt
Ein Blick über die Grenze zeigt, was passieren kann, wenn die Förderung für klimaneutrales Heizen plötzlich zurückgefahren wird. Nach Angaben des europäischen Wärmepumpenverbands EHPA sank der Absatz von Wärmepumpen in Österreich im ersten Quartal 2026 um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem er schon im Jahr davor gesunken war. Österreich war damit das einzige größere Land in Europa mit einem deutlichen Marktrückgang, während die Zahlen anderswo wieder anzogen. Parallel legten fossile Heizsysteme zu.
Als Ursache nennt die Branche vor allem das vorzeitig beendete Förderprogramm „Raus aus Öl und Gas“. Für die deutsche Debatte ist das ein Warnsignal: Bleibt die Förderung nicht verlässlich, verunsichert das Hauseigentümer und Investoren, und der Umstieg gerät ins Stocken.
GModG: Bundesregierung weist viele Änderungswünsche zurück
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) steckt weiter im parlamentarischen Verfahren. Der Bundesrat hatte zahlreiche Verbesserungsvorschläge gemacht, die Bundesregierung hat die allermeisten davon in ihrer Gegenäußerung abgelehnt. Darunter sind auch Punkte, die der VDKF gemeinsam mit den Verbänden der TGA-Repräsentanz Berlin in ähnlicher Form vorgeschlagen hatte, etwa die Wiedereinführung der Beratungspflicht vor dem Einbau von Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen. Ebenfalls abgelehnt wurden die Ausweitung der Länderöffnungsklausel, mit der einzelne Länder strengere Vorgaben etwa für fossile Heizungen hätten erlassen können, sowie vereinfachte Nachweise für Hybrid-Wärmepumpen. Einigen Forderungen stimmte die Regierung dagegen zu, darunter längeren Erleichterungen für Container- und Interimsbauten bis 2030. Da das GModG überwiegend nicht zustimmungspflichtig ist, kann der Bundesrat nach dem Bundestagsbeschluss zwar Einspruch einlegen, das Gesetz aber nicht endgültig stoppen. Für die Betriebe bleibt die Lage damit vorerst unübersichtlich.
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Dieser Beitrag und diese Informationen werden vom VDKF, dem Verband Deutscher Kälte- und Klima-Fachbetriebe e. V. bereitgestellt. Die ausführlichen Beiträge, weitere wichtige Informationen, Vorlagen und Dokumente sind den Mitgliedsbetrieben des Verbandes vorbehalten. Falls Sie von den branchenrelevanten Informationen überzeugt sind und sich tiefergehend informieren wollen, empfehlen wir Ihnen eine Mitgliedschaft im VDKF und den eigenen Bezug des "Politikums".
